Anfänger Tutorial

Ganz einfach zu deinem ersten Stop Motion Film.
Schritt für Schritt erklärt.

Einführung · Benötigtes Equipment · Ideen finden · Das Drehbuch · Das Set · Der Dreh · Bilder zusammenfügen · Nachbearbeitung · Veröffentlichung

Der Dreh

Wenn du alle Vorbereitungen aus den vorigen Schritten abgeschlossen hast, steht dem eigentlichen Dreh deines ersten Stop Motion Filmes nichts mehr im Weg!

Jetzt, da du das Drehbuch, das nötige Equipment und das Set hast, kannst du endlich mit dem Dreh beginnen! Da sich die Vorgehensweise je nach verwendetem Kameratyp verändert, wähle jetzt bitte deine Kamera aus.

Dreh mit der Kompaktkamera

Eine Kompaktkamera, auch Point-and-Shoot Kamera genannt, ist ideal für deinen ersten Stop Motion Film.

Stop Motion Dreh mit der Kompaktkamera

Bevor du mit deiner Kompaktkamera zu drehen beginnen kannst, musst du noch einige Einstellungen vornehmen. Zuerst solltest du auf den manuellen Modus umschalten. Meistens ist auf der Kamera ein Drehrad, das du dafür auf "M" einstellen musst. In diesem Modus hast du zusätzliche Einstellungsmöglichkeiten, wie die Belichtungszeit, Blende und ISO Empfindlichkeit. Diese Einstellungen sind deshalb so wichtig, weil du damit die Helligkeit der Bilder manuell steuern kannst. Normalerweise würde die Kamera das automatisch berechnen, dadurch könnten aber zwischen den einzelnen Bildern Unterschiede in der Helligkeit entstehen, was wir auf jeden Fall vermeiden möchten.

Manuelle Belichtung

Ganz allgemein gesagt hängt die Helligkeit, also die Belichtung, des Bildes von diesen drei Faktoren ab:

  • je länger die Belichtungszeit, desto heller wird das Bild
  • je größer die Blendenzahl, desto dunkler wird das Bild
  • je höher die ISO Zahl, desto heller wird das Bild

Die Belichtungszeit gibt die Zeitspanne an, in der Licht auf den Sensor der Kamera fällt. Je länger diese Zeitspanne ist, desto heller wird das Bild. Die Belichtungszeit wird in Sekunden angegeben und ein typischer Wert ist beispielsweise 1/200 Sekunde.

Die Blende kontrolliert, wieviel Licht durch das Objektiv auf den Bildsensor fallen kann. Je kleiner die Blendenzahl, desto weiter wird die Blende geöffnet, desto mehr Licht fällt auf den Sensor und damit wird das Bild heller. Gerade bei deinen Stop Motion Filmen spielt die Blende aber noch eine zweite wichtige Rolle: Mit ihr kann man die Größe des Schärfebereichs und die Tiefenunschärfe steuern. Wenn du Vorder- und Hintergrund schön unscharf haben willst, um dein Hauptmotiv mehr hervorzuheben, solltest du eine möglichst niedrige Blendenzahl wählen.

Die ISO Zahl gibt die Empfindlichkeit an, mit der der Bildsensor auf Licht reagiert, je höher du also die ISO Zahl wählst, desto empfindlicher reagiert der Sensor und desto heller wird das Bild. Das hat allerdings auch einen großen Nachteil: Wenn der Sensor bei einer hohen ISO Zahl nicht genügend Licht bekommt, "erfindet" er die fehlenden Informationen dazu. Dadurch entsteht dann ein verrauschtes Bild mit falschen Pixeln. Wähle die ISO Zahl also immer möglichst niedrig. Meistens ist 100 der niedrigste Wert, je nach Ausstattung und Qualität deiner Kamera kannst du aber wenn nötig bis 1000 gehen.

Wenn du die Belichtung manuell kontrollierst, siehst du auf dem Display meistens die Helligkeitsanzeige mit einer Skala. Ist der Strich auf dieser Skala genau in der Mitte, dann hast du die Einstellungen richtig gewählt und du erhältst ein normal belichtetes Bild. Probiere bei normalen Lichtverhältnissen für den Anfang einmal diese Einstellungen aus: Belichtungszeit 1/80s, Blende F4.5 und ISO 100. Manchmal kannst du aber auch bewusst über- oder unterbelichten, um gewisse Effekte zu erreichen. Experimentiere dazu einfach mit den Einstellungen herum!

Bildformat und Auflösung

Wenn du schon vor Drehbeginn auf der Kamera die richtigen Einstellungen vornimmst, kannst du dir bei der Nachbearbeitung viel Arbeit ersparen. Ich empfehle dir, deinen Film im 16:9 Format mit der Full HD Auflösung von 1920x1080 Pixel zu drehen. Das ist das Standardformat für Filme, das bei fast allen Fernsehern und Computermonitoren in perfekter Qualität und ohne schwarze Balken angezeigt wird.
Bei vielen Kameras kannst du diese Einstellungen im Menü vornehmen. Falls die Auflösung 1920x1080 nicht verfügbar ist, wähle einfach die nächstgrößere Option.

Das Prinzip

Wenn du mit dem Bildausschnitt, dem Set und der Belichtung zufrieden bist, kannst endlich das erste Bild machen. Nachdem du abgedrückt hast, musst du das Set für das nächste Bild vorbereiten. Bei der Stop Motion Technik unterteilst du eine Bewegung, wie zum Beispiel das Heben einer Hand, in viele einzelne Bilder. Bewege dazu die Figur nach jedem Bild vorsichtig ein kleines Stück und mach wieder ein Bild. Das wiederholst du so lange, bis die Figur die Bewegung fertig ausgeführt hat.
Wie groß genau die Bewegungen zwischen den Bildern sein müssen hängt davon ab, wie schnell du die Bilder dann später wiedergeben willst. Bei einem normalen Kinofilm siehst du jede Sekunde 24 verschiedene Bilder auf der Leinwand. Dein Gehirn nimmt diese Bilder aber als eine fließende Bewegung wahr.
Für deinen Stop Motion Film würde das aber bedeuten, dass du für eine Sekunde fertigen Film 24 Fotos machen musst, bei einer Minute wären das dann 1.440 Bilder. Deshalb werden bei Stop Motion Filmen meist niedrigere Frameraten von 10-15 Bildern pro Sekunde verwendet. In diesem Beispielvideo siehst du, wie die verschiedenen Frameraten auf das Auge wirken.

Dreh mit der Spiegelreflexkamera

Eine Spiegelreflexkamera (DSLR) ist eine professionelle Kamera mit wechselbarem Objektiv und großem Bildsensor. Sie steht für hohe Qualität und beinahe unbegrenzte Einstellungsmöglichkeiten. Bei professionellen Stop Motion Produktionen wie "ParaNorman" von Laika Inc. werden beinahe ausschließlich solche Kameras eingesetzt.

Stop Motion Dreh mit der Spiegelreflexkamera

Bevor du mit deiner Spiegelreflexkamera zu drehen beginnen kannst, musst du noch einige Einstellungen vornehmen. Zuerst solltest du auf den manuellen Modus umschalten. Meistens ist auf der Kamera ein Drehrad, das du dafür auf "M" einstellen musst. In diesem Modus hast du zusätzliche Einstellungsmöglichkeiten, wie die Belichtungszeit, Blende und ISO Empfindlichkeit. Diese Einstellungen sind deshalb so wichtig, weil du damit die Helligkeit der Bilder manuell steuern kannst. Normalerweise würde die Kamera das automatisch berechnen, dadurch könnten aber zwischen den einzelnen Bildern Unterschiede in der Helligkeit entstehen, was wir auf jeden Fall vermeiden möchten.

Manuelle Belichtung

Ganz allgemein gesagt hängt die Helligkeit, also die Belichtung, des Bildes von diesen drei Faktoren ab:

  • je länger die Belichtungszeit, desto heller wird das Bild
  • je größer die Blendenzahl, desto dunkler wird das Bild
  • je höher die ISO Zahl, desto heller wird das Bild

Die Belichtungszeit gibt die Zeitspanne an, in der Licht auf den Sensor der Kamera fällt. Je länger diese Zeitspanne ist, desto heller wird das Bild. Die Belichtungszeit wird in Sekunden angegeben und ein typischer Wert ist beispielsweise 1/200 Sekunde.

Die Blende kontrolliert, wieviel Licht durch das Objektiv auf den Bildsensor fallen kann. Je kleiner die Blendenzahl, desto weiter wird die Blende geöffnet, desto mehr Licht fällt auf den Sensor und damit wird das Bild heller. Gerade bei deinen Stop Motion Filmen spielt die Blende aber noch eine zweite wichtige Rolle: Mit ihr kann man die Größe des Schärfebereichs und die Tiefenunschärfe steuern. Wenn du Vorder- und Hintergrund schön unscharf haben willst, um dein Hauptmotiv mehr hervorzuheben, solltest du eine möglichst niedrige Blendenzahl wählen.

Die ISO Zahl gibt die Empfindlichkeit an, mit der der Bildsensor auf Licht reagiert, je höher du also die ISO Zahl wählst, desto empfindlicher reagiert der Sensor und desto heller wird das Bild. Das hat allerdings auch einen großen Nachteil: Wenn der Sensor bei einer hohen ISO Zahl nicht genügend Licht bekommt, "erfindet" er die fehlenden Informationen dazu. Dadurch entsteht dann ein verrauschtes Bild mit falschen Pixeln. Wähle die ISO Zahl also immer möglichst niedrig. Meistens ist 100 der niedrigste Wert, je nach Ausstattung und Qualität deiner Kamera kannst du aber wenn nötig bis 1000 gehen.

Wenn du die Belichtung manuell kontrollierst, siehst du auf dem Display (Hauptdisplay oder bei den besseren Modellen auch auf dem Sekundärdisplay auf der Oberseite der Kamera) die Helligkeitsanzeige mit einer Skala. Ist der Strich auf dieser Skala genau in der Mitte, dann hast du die Einstellungen richtig gewählt und du erhältst ein normal belichtetes Bild. Probiere bei normalen Lichtverhältnissen für den Anfang einmal diese Einstellungen aus: Belichtungszeit 1/80s, Blende F4.5 und ISO 100. Manchmal kannst du aber auch bewusst über- oder unterbelichten, um gewisse Effekte zu erreichen. Experimentiere dazu einfach mit den Einstellungen herum!

Bildformat und Auflösung

Wenn du schon vor Drehbeginn auf der Kamera die richtigen Einstellungen vornimmst, kannst du dir bei der Nachbearbeitung viel Arbeit ersparen. Ich empfehle dir, deinen Film im 16:9 Format mit der Full HD Auflösung von 1920x1080 Pixel zu drehen. Das ist das Standardformat für Filme, das bei fast allen Fernsehern und Computermonitoren in perfekter Qualität und ohne schwarze Balken angezeigt wird.
Bei vielen Kameras kannst du diese Einstellungen im Menü vornehmen. Falls die Auflösung 1920x1080 nicht verfügbar ist, wähle einfach die nächstgrößere Option.

Manuelles Scharfstellen

Ein großer Vorteil von DSLRs ist die Möglichkeit, die Schärfe manuell einzustellen. Meistens ist dafür auf dem Objektiv ein Kippschalter, bei dem man zwischen AF (Autofokus) und MF (Manueller Fokus) umschalten kann. Stelle den Schalter unbedingt auf MF bevor du den Fokusring drehst, da du sonst bei manchen Objektiven den Autofokus beschädigen kannst. Wenn der Schalter umgelegt ist, kannst du den Fokusring am Objektiv so lange drehen, bis das Hauptmotiv der Szene ganz scharf zu sehen ist.
Achte während des Drehs darauf, dass du den Fokus immer manuell ändern musst, wenn sich die Figur von der Kamera entfernt oder sich ihr nähert!

Das Prinzip

Wenn du mit dem Bildausschnitt, dem Set und der Belichtung zufrieden bist, kannst endlich das erste Bild machen. Nachdem du abgedrückt hast, musst du das Set für das nächste Bild vorbereiten. Bei der Stop Motion Technik unterteilst du eine Bewegung, wie zum Beispiel das Heben einer Hand, in viele einzelne Bilder. Bewege dazu die Figur nach jedem Bild vorsichtig ein kleines Stück und mach wieder ein Bild. Das wiederholst du so lange, bis die Figur die Bewegung fertig ausgeführt hat.
Wie groß genau die Bewegungen zwischen den Bildern sein müssen hängt davon ab, wie schnell du die Bilder dann später wiedergeben willst. Bei einem normalen Kinofilm siehst du jede Sekunde 24 verschiedene Bilder auf der Leinwand. Dein Gehirn nimmt diese Bilder aber als eine fließende Bewegung wahr.
Für deinen Stop Motion Film würde das aber bedeuten, dass du für eine Sekunde fertigen Film 24 Fotos machen musst, bei einer Minute wären das dann 1.440 Bilder. Deshalb werden bei Stop Motion Filmen meist niedrigere Frameraten von 10-15 Bildern pro Sekunde verwendet. In diesem Beispielvideo siehst du, wie die verschiedenen Frameraten auf das Auge wirken.

Dreh mit dem iPhone

Mit dem iPhone und dem richtigen Zubehör hast du ein perfektes Werkzeug für deinen Stop Motion Film.

Stop Motion Dreh mit dem iPhone

Um mit deinem iPhone einen Stop Motion Film drehen zu können, brauchst du die richtige App und ein spezielles Zubehörteil, mit dessen Hilfe du das iPhone auf dem Stativ befestigen kannst.

Der Glif

Wie du auf dem Bild oben sehen kannst, benutze ich ein spezielles Verbindungsteil, mit dem ich das iPhone sicher auf einem Stativ befestigen kann. Dieses praktische Teil heißt "Glif".

Die Universalhalterung für dein Smartphone: "Glif"

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Bei einem Stop Motion Film ist es unbedingt nötig, die Kamera möglichst stabil zu befestigen, daher ist der Glif ein Muss für alle iPhone-Stop-Motion-Fans.

iMotion HD

Für die Aufnahme des Stop Motion Filmes benutze ich die iPhone App iMotion HD (iTunes Link). Falls du eine andere App verwendest, ist die Oberfläche vermutlich anders, die Funktionen werden aber ähnlich sein.
Wenn du die App startest und auf new movie tippst, kommst du zu diesem Einstellungsbildschirm.

Stop Motion Dreh mit dem iPhone

Hier ist es nun wichtig, dass du das iPhone im Querformat hältst, also mit dem Home Button links oder rechts, da sonst dein Film im absolut unbrauchbaren Hochformat gespeichert wird. Gib deinem Film einen Namen, wähle die Option manual und tippe dann auf start.

Bevor du nun dein erstes Bild machen kannst, solltest du noch auf options tippen und ein paar Einstellungen ändern. Hier sind die Einstellungen die ich verwende:

focus
manual (manueller Fokus durch Tippen)
torch
OFF (LED Leuchte ausgeschaltet)
onion skin
ON (letztes Bild wird transparent über der Vorschau eingeblendet)
grid
ON (Hilfslinien werden über der Vorschau eingeblendet)

Wenn du alles richtig eingestellt hast, kannst du das iPhone mit dem Glif und einem Stativ positionieren und das erste Bild aufnehmen, indem du auf capture tippst.

Das Prinzip

Nachdem du abgedrückt hast, musst du das Set für das nächste Bild vorbereiten. Bei der Stop Motion Technik unterteilst du eine Bewegung, wie zum Beispiel das Heben einer Hand, in viele einzelne Bilder. Bewege dazu die Figur nach jedem Bild vorsichtig ein kleines Stück und mach wieder ein Bild. Das wiederholst du so lange, bis die Figur die Bewegung fertig ausgeführt hat.
Wie groß genau die Bewegungen zwischen den Bildern sein müssen hängt davon ab, wie schnell du die Bilder dann später wiedergeben willst. Bei einem normalen Kinofilm siehst du jede Sekunde 24 verschiedene Bilder auf der Leinwand. Dein Gehirn nimmt diese Bilder aber als eine fließende Bewegung wahr.
Für deinen Stop Motion Film würde das aber bedeuten, dass du für eine Sekunde fertigen Film 24 Fotos machen musst, bei einer Minute wären das dann 1.440 Bilder. Deshalb werden bei Stop Motion Filmen meist niedrigere Frameraten von 10-15 Bildern pro Sekunde verwendet. In diesem Beispielvideo siehst du, wie die verschiedenen Frameraten auf das Auge wirken.

Abschließen

Wenn du mit dem Film fertig bist, kannst du den Dreh beenden, indem du auf stop tippst. Die App lässt dich nun mit einem Schieberegler die Framerate ändern. Spiele ein wenig mit diesem Wert herum, bis die Bewegungen möglichst natürlich aussehen. Wenn du mit dem Ergebnis zufrieden bist, kannst du den fertigen Film in deine Fotobibliothek exportieren oder direkt auf YouTube oder Facebook hochladen. Dafür musst du allerdings zuerst per In-App-Kauf die Vollversion um 1,79€ kaufen.

weiter zu: Bilder zusammenfügen

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