6. Die Kamera für den Stop Motion Dreh einstellen

Blende, ISO und Belichtungszeit sind Fremdwörter für dich? Hier lernst du die wichtigsten Kameraeinstellungen für deinen Stop Motion Dreh!

Bevor du das erste Foto machst ist es wichtig, die richtigen Einstellungen an der Kamera vorzunehmen. Die verfügbaren Einstellungen können unterschiedlich sein, je nachdem ob du eine Kompaktkamera, Spiegelreflexkamera oder dein Smartphone verwendest. Sie in der Anleitung deines Gerätes nach, wenn du dir unsicher bist.

Zuerst solltest du auf den manuellen Modus umschalten. Meistens ist auf der Kamera ein Drehrad, das du dafür auf „M“ einstellen musst. Auch die meisten Stop Motion Apps für das Smartphone bieten diese Option. Im manuellen Modus hast du zusätzliche Einstellungsmöglichkeiten, wie die Belichtungszeit, Blende und ISO Empfindlichkeit. Diese Einstellungen sind deshalb so wichtig, weil du damit die Helligkeit der Bilder manuell steuern kannst. Normalerweise würde die Kamera das automatisch berechnen, dadurch könnten aber zwischen den einzelnen Bildern Unterschiede in der Helligkeit entstehen, was wir auf jeden Fall vermeiden möchten.

Manuelle Belichtung

Ganz allgemein gesagt hängt die Helligkeit, also die Belichtung, des Bildes von diesen drei Faktoren ab:

  • je länger die Belichtungszeit, desto heller wird das Bild
  • je größer die Blendenzahl, desto dunkler wird das Bild
  • je höher die ISO Zahl, desto heller wird das Bild

Die Belichtungszeit gibt die Zeitspanne an, in der Licht auf den Sensor der Kamera fällt. Je länger diese Zeitspanne ist, desto heller wird das Bild. Die Belichtungszeit wird in Sekunden angegeben und ein typischer Wert ist beispielsweise 1/200 Sekunde.

Die Blende kontrolliert, wieviel Licht durch das Objektiv auf den Bildsensor fallen kann. Je kleiner die Blendenzahl, desto weiter wird die Blende geöffnet, desto mehr Licht fällt auf den Sensor und damit wird das Bild heller. Gerade bei deinen Stop Motion Filmen spielt die Blende aber noch eine zweite wichtige Rolle: Mit ihr kann man die Größe des Schärfebereichs und die Tiefenunschärfe steuern. Wenn du Vorder- und Hintergrund schön unscharf haben willst, um dein Hauptmotiv mehr hervorzuheben, solltest du eine möglichst niedrige Blendenzahl wählen. Bei Smartphone ist die Blende meist fix vorgegeben und nicht veränderbar.

Die ISO Zahl gibt die Empfindlichkeit an, mit der der Bildsensor auf Licht reagiert, je höher du also die ISO Zahl wählst, desto empfindlicher reagiert der Sensor und desto heller wird das Bild. Das hat allerdings auch einen großen Nachteil: Wenn der Sensor bei einer hohen ISO Zahl nicht genügend Licht bekommt, „erfindet“ er die fehlenden Informationen dazu. Dadurch entsteht dann ein verrauschtes Bild mit falschen Pixeln. Wähle die ISO Zahl also immer möglichst niedrig. Meistens ist 100 der niedrigste Wert, je nach Ausstattung und Qualität deiner Kamera kannst du aber wenn nötig bis 1000 gehen.

Wenn du die Belichtung manuell kontrollierst, siehst du auf dem Display meistens die Helligkeitsanzeige mit einer Skala. Ist der Strich auf dieser Skala genau in der Mitte, dann hast du die Einstellungen richtig gewählt und du erhältst ein normal belichtetes Bild. Probiere bei normalen Lichtverhältnissen für den Anfang einmal diese Einstellungen aus: Belichtungszeit 1/80s, Blende F4.5 und ISO 100. Manchmal kannst du aber auch bewusst über- oder unterbelichten, um gewisse Effekte zu erreichen. Experimentiere dazu einfach mit den Einstellungen herum!

Bildformat und Auflösung

Wenn du schon vor Drehbeginn auf der Kamera die richtigen Einstellungen vornimmst, kannst du dir bei der Nachbearbeitung viel Arbeit ersparen. Ich empfehle dir, deinen Film im 16:9 Format mit der Full HD Auflösung von 1920×1080 Pixel zu drehen. Das ist das Standardformat für Filme, das bei fast allen Fernsehern und Computermonitoren in perfekter Qualität und ohne schwarze Balken angezeigt wird.
Bei vielen Kameras kannst du diese Einstellungen im Menü vornehmen. Falls die Auflösung 1920×1080 nicht verfügbar ist, wähle einfach die nächstgrößere Option.

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