Die Gehbewegung animieren

Die Darstellung eines gehenden Charakters ist meist zentraler Bestandteil eines Filmes und deswegen sehr wichtig für jede Animation.

Ein sogenannter Walk-Cycle beschreibt die benötigten Posen, um eine Figur zwei Schritte nach vorne gehen zu lassen. Diesen Ablauf kannst du dann so lange wiederholen, bis die Figur am Ziel angekommen ist. Der hier beschriebene Walk-Cycle besteht aus acht Bildern und ist für Frameraten von 12 bis 15 Bildern pro Sekunde geeignet. Wenn du flüssigere Bewegungen und höhere Frameraten willst, musst du dazwischen noch Posen einfügen.

Der Walk-Cycle

Hier siehst du alle acht Zwischenschritte der Animation. Ausgangspunkt ist eine neutrale Pose mit Armen und Beinen in Grundstellung.

Im nächsten Bild beginnst du die Bewegung, indem du ein Bein leicht anhebst und die Arme jeweils gegengleich rotierst.

Für den dritten Frame balancierst du die Figur zwischen den Noppen der Bodenplatte. Die Arme erreichen den Extrempunkt ihrer Schwingung. Hier ist anzumerken, dass Kopf und Oberkörper der Figur durch die Position der Beine etwas höher sind als in den restlichen Posen. Die Bewegung folgt somit einer Kurve, wie es auch bei einer echten menschlichen Gehbewegung der Fall ist.

Bei Frame 4 verlagert die Figur das Gewicht auf den vorderen Fuß, der damit auf der Bodenplatte fixiert wird. Die Figur bewegt sich wieder etwas nach unten. Die Arme schwingen wieder zurück, um dann im nächsten Frame gemeinsam mit den Beinen in Neutralstellung zu landen.

Für den vollständigen Walk-Cycle wirst du diese Bewegungsabfolge ein zweites Mal gespiegelt mit dem anderen Bein ausgeführen.

Die Bewegung verfeinern

Dieser Walk-Cycle erfüllt seinen Zweck und du kannst ihn als Grundgerüst für jede Gehbewegung verwenden. Ohne kleiner Anpassungen und der Anwendung gewisser Animationsprinzipien wirkt er aber sehr mechanisch! Es fehlt die personalisierte Charakteranimation. Solche Anpassungen können etwa eine leichte Drehung des Kopfes oder das Bewegen der Hände sein. Diese Bewegungen und andere Details wie etwa die Haltung des Oberkörpers lassen den Walk-Cycle natürlich und flüssig erscheinen. Ziel ist es, den Charakter durch solche kleinen zusätzlichen Bewegungen möglichst realistisch und an den menschlichen Körper angelehnt zu bewegen. Je nach gewünschtem Effekt darfst du die Bewegungen, etwa das Schwingen der Arme, auch übertreiben. Durch kleine Änderungen im Bewegungsablauf werden außerdem die Persönlichkeit und Emotionen des Charakters unterstrichen. Du kannst etwa Niedergeschlagenheit durch vorgebeugten Oberkörper darstellen. Oder einen fröhlichen Gang mit übertrieben großen Bewegungen der Arme und Beine.

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